Lexikon
 

Abutments

Siehe auch: Implantataufbauten
    
Teile der Suprakonstruktion, die vom Implantathersteller für die Verbindung zwischen Implantatkörper (im Knochen eingewachsen) und Zahnersatz gefertigt werden.
Hierzu zählen vor allem:

  • gerade oder abgewinkelte Massivkörper zur Zementierung von Kronen
  • Schraubverbindungen für Stegverbindungen oder schraubenfixierte Kronen
  • Kugel- oder Magnetaufbauten zur Fixierung von Prothesen

  • Nicht alle Implantate benötigen Abutments: Einstückige Implantate beinhalten in einem Stück den in den Knochen einwachsenden Implantatkörper und das Abutement. Dies hat den Vorteil, dass es nicht zu Lockerungen der Verbindungsschrauben kommt. Zudem sind einstückige Implantate preiswerter.

     

    Analgetika

    Schmerzmittel. Einteilung in

    • einfache Analgetika, der Gruppe der NSAIS (nichtsteroidalen antientzündlichen Substanzen) zugehörig. Hierzu gehören unter anderem: Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin®), Paracetamol (z.B. PCM; Benuron®), Metamizol (Novaminsulfon; Novalgin®) und Ibuprofen (zB. Aktren®).

    • Narkoanalgetika mit Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Hierzu gehören unter anderem Tramadol (z.B. Tramal®), Tilidin (z.B. Valoron®) und sehr starke Schmerzmittel wie Morphin (z.B. MST®).
     

    Antibiotika

    Gruppe von Medikamenten, die störend in den Stoffwechsel von Bakterien eingreifen und so deren Wachstum hemmen oder eine direkte Abtötung bewirken. Sie werden bei bakteriellen Infekten oder zur Verhinderung solcher eingesetzt. Die gebräuchlichsten Antibiotikagruppen sind:

    • Penicilline (z.B. Penicillin; Amoxicillin, Ampicillin)
    • Cephalosporine (z.B. Panoral®; Suprax®; Grüncef®; Keimax®)
    • Tetracycline (z.B. Doxycyclin)
    • Makrolide (z.B. Erythromycin; Rulid®; Klacid®; Zithromax®)
    • Gyrasehemmer (z.B. Ciprobay®; Tarivid®)
    • Sulfonamide (z.B. Bactrim®; Cotrim®; Eusaprim®)
    • Aminoglycoside (z.B. Refobacin®)
    Die Gabe von Antibiotika im Rahmen von zahnärztlichen Implantationen erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit der Implantation nicht. Dennoch ist es insbesondere bei Risikopatienten mitunter erforderlich, eine antibiotische Abdeckung vorzunehmen.

     

    Artikulator

    Der Artikulator ist eine Art Nachbau des menschlichen Kiefergelenks. Er wird in der Zahntechnik (Dentallabor) verwendet, um Zahnersatz passend zu fertigen. Dabei werden die nach Abdrucknahme gefertigten Gipsmodelle des Ober- und Unterkiefers in der registrierten Zubissposition im Artikulator fixiert. So kann der individuelle Zahnersatz hergestellt und die Funktion beim Schlussbiss sowie bei Mundöffnungs- und Seitwärtsbewegungen simuliert werden. Da der Artikulator die Bewegungen des Mundes nicht vollständig nachahmen kann, muss dennoch im Rahmen der Eingliederung der Brücke regelmässig eingeschliffen werden.

     

    Atrophie

    Schwund von Körpergewebe, was mit einer Funktionseinschränkung einhergeht. Man unterscheidet unter anderem die Inaktivitätsatrophie z.B. Muskel- oder Knochenschwund durch fehlende gewebegerechte Belastung oder die Druckatrophie durch dauernde punktuelle Überlastung eines Gewebes. In der Implantologie bedeutsam, da durch fehlende natürliche Belastung nach Zahnverlust der Kieferknochen nach und nach abgebaut wird, d.h. atrophiert. Bei Kieferabbau wird heute mithilfe von BOI®-Implantaten behandelt, da diese Implantate ohne Knochenaufbau angewendet werden können.

     

    Augmentation

    Wird als Synonym für das Einbringen von Gewebeaufbau- bzw. -stützmaterial (z.B. Knochenaufbau) verwendet. Das eingebrachte Material wird als Augmentat bezeichnet. Augmentation werden aus ästhetischen Gründen vorgenommen. Früher wurden Knochenaufbauten auch zur Schaffung von Knochenlagern von Implantaten vorgenommen. Seit der Einführung von BOI®-Implantaten ist diese Massnahme für diese Indikation im Prinzip überflüssig geworden.

     

    Beckenkammtransplantat

    Wenn der Knochenmangel so ausgeprägt ist, dass ein sicheres Implantatlager durch geringere lokale Knochenaufbaumassnahmen nicht geschaffen werden kann, so stellt die Entnahme eines Knochenspans aus dem Beckenkamm die letzte Möglichkeit dar, einen Kiefer wiederaufzubauen.

    Dieser Eingriff ist heute überholt, da auch andere Materialien zur Verfügung stehen. Die Nebenwirkungen von Beckenkammtransplantationen sind erheblich und das Verfahren wird von den Patienten nicht gewünscht. Die Entnahmestelle am Beckenkamm mit der zwangsläufigen Traumatisierung der dort ansetzenden Muskeln kann in der postoperativen Phase für Monate bis Jahre neben einem Wundschmerz auch für Beschwerden beim Laufen sorgen und die Bekleidung (oft kein Gürtel mehr möglich) einschränken.

     

    Biokompatibilität

    Eigenschaft von bestimmten Materialien dauerhaft reaktionsfrei in Kontakt mit körpereigenen Zellen verbleiben zu können. Biokompatible Materialien sind unter anderem Titan und seine Legierungen (z.B. Ti6Al4V, Ti15Mo) sowie bestimmte Keramiken und Kunststoffe.

     

    Bisphosphonate

    Bisphosphonate werden u. a. bei Osteoporose und Knochentumoren eingesetzt, da sie durch Hemmung der Knochenresorption dem Knochenabbau entgegenwirken. Der so verlangsamte Knochenstoffwechsel behindert aber die Einheilung von Implantaten und jegliche Heilvorgänge im Kieferknochen. Da auch bei anderen zahnchirurgischen Eingriffen wie z. B. die Zahnentfernungen, die grosse Gefahr des Absterbens von Knochenabschnitten (Osteonekrose) besteht, sollte auf Eingriffe am Kieferknochen soweit wie möglich verzichtet werden.

    Nicht alle Bisphosphonate sind hierbei besonders problematisch: Biphosphone mit Nitrogen-Seitenketten scheinen besonders häufig nachteilige Wirkungen zu haben, weswegen auf diese Medikamente möglichst verzichtet werden soll.
    Nach dem Absetzen der Medikamente ist mit einer extrem langen Nachwirkdauer zu rechnen.

    Marktübliche Bisphosphonate sind: Actonel (Risedronat), Aredia (Pamidronsäure), Bondronat (Ibandronsäure), Bonefos (Clodronsäure), Clodron, Didronel (Etidronsäure), Fosamax (Alendronsäure), Ostac (Clodronsäure), Skelid (Tiludronsäure), Zometa (Zoledronsäure).

    BMP (Bone Morphogenetic Proteins)

    Abkürzung von Bone Morphogenetic Proteins (engl.), spezielle Eiweisskörper, die der Körper als örtliche Botenstoffe für Knochenaufbau und Knochenheilung produziert. Einsatzgebiete von BMPs in der Medizin sind Knochenaufbau bei Defekten und gezielte Beschleunigung von Knochenheilungsvorgängen (Knochenbruchheilung, Implantateinheilung) am Anwendungsort. Verfügbarkeit und Dosierung sind im Augenblick im zahnärztlichen Bereich allerdings noch nicht praxisreif. Alle derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Studien belegen, dass die vermehrte Gabe von BMP keine helfende Wirkung im dental-implantolgischen Bereich haben. Dennoch werden die Verfahren zur Herstellung und Anreicherung von BMP oft angewendet und erhöhen die Behandlungskosten.

     

    Bohrschablone

    Die Bohrschablone ist ein Hilfsinstrument für das exakte Einbringen von Implantaten in der chirurgisch und/oder prothetisch gewünschten Position.
    Hochpräzise Bohrschablonen werden entweder auf dem zahntechnischen Modell oder nach 3D-Vermessung des Kiefers (Computertomografie, CT, NewTom) hergestellt und stellen für das genaue Implantateinbringen eine Alternative zu den Navigationssystemen dar.
    Wichtig Voraussetzung für den Einsatz der Bohrschablonen ist die sichere, eindeutige Fixation auf dem Kiefer.

     

    Brücke

    Die Brücke stellt eine bewährte Form des festen Zahnersatzes dar. Als Voraussetzung, die entstandenen Lücken durch eine Brücke zu schliessen, müssen nachbarseitige Zähne so bearbeitet (beschliffen) werden, dass sie für die Aufnahme von Kronen geeignet sind. Auch Implantate können mit den entsprechenden Aufbauteilen natürlich als Brückenpfeiler dienen. Die Lücke selbst wird dann durch das Brückenglied geschlossen, das in einem Stück mit den Kronen vom Zahntechniker gefertigt wird. Die Kronen werden dann auf die Pfeiler (Zahn oder Implantat) fest eingeklebt. Eine Brücke ist hiernach nicht herausnehmbar und ermöglicht eine feste Kaufunktion. Vom Material her unterscheidet man keramische Verblendbrücken oder sogar vollkeramische (metallfreie) Brücken von rein metallischen (meist Gold) Brücken.

    Bei der gleichzeitigen Verwendung sowohl von Implantat als auch Zahn als Pfeiler einer Brücke spricht man von einer Hybridbrücke.

     

    Basale Implantate

    BOI® - Implantate stellen die am besten weiterentwickelte Form von basalen Implantate das. Basale Implantate unterscheiden sich von crestalen (i.e. Schraubenimplantaten) dadurch, dass die Kraftübertragung im Wesentlichen an den horizontal einzubringenden Basisschienen stattfindet und nicht an den vertikalen Schäfte. Deswegen können BOI® - Implantate auch dann eingesetzt werden, wenn nur noch sehr wenig vertikaler Knochen vorliegt. BOI® - Implantate werden seitlich in den Kiefer eingeführt und häufig mit Fixationsschrauben gegen frühe Verschiebungen im Knochen gesichert. BOI® - Implantate heilen unter Last ein, jedoch kann es im Einzelfall erforderlich sein, die Kaukräfte medikamentös zu reduzieren, um eine Überlastung des periimplantären Knochenlagers zu vermeiden.

    BOI® - Implantate werden gemäss den Handhabungen und den Regeln der orthopädischen Chirurgie (AO-Principles) im Regelfall sofort belastet, wobei die prothetische Konstruktion die Aufgabe der orthopädischen Schienung übernimmt. Anders als bei Schraubenimplantaten trägt der im Osteotomieschlitz rasch gebildete Geflechtknochen schon nach wenigen Wochen zur Stabilisierung des Implantats bei. Dieser Knochen wird später remodelliert, womit am Ende des Einheilungsvorganges eine reguläre Osseointegration des Implantats vorliegt.

    BOI®-Implantologen werden in Deutschland nicht an Universitäten ausgebildet, da es an deutschen Universitäten derzeit keine Experten für dieses Verfahren gibt. Die Ausbildung, die Weiterbildung und die Zertifizierung übernehmen Berufsverbände nach Massgabe der Implantathersteller.

    Eine besondere Domäne der BOI® - Implantate stellt die implantologische Zweitversorgung dar:

    Nach dem Verlust von z.B. Schrauben- oder Blattimplantaten kann mitunter nicht nochmals mit Schraubenimplantaten versorgt werden. Eine Versorgung mit BOI® -Implantaten ist hingegen nach allen Implantatverlusten möglich. Dies ist unabhängig von der Art des verloren gegangenen Implantats. Die Nachimplantation mit BOI® -Implantaten stellt das Verfahren der ersten Wahl dar, da nicht nur ohne Knochenaufbau implantiert, sondern im Regelfall auch ohne Einheilzeit (d.h. in Sofortbelastung) versorgt werden kann.

     

    Computertomographie (CT)

    Röntgenologisches Verfahren, bei dem die zu untersuchenden Strukturen in verschiedenen Ebenen mithilfe von Röntgenstrahlen erfasst werden. Aus den gewonnen Daten kann durch computergestütze Rechnung eine exakte Darstellung jedes Abschnitts in Schichten - auch dreidimensional - erfolgen. In der Implantologie können hierdurch sowohl die Knochenausdehnung als auch gefährdete Strukturen präzise erfasst werden, was für die Planung sehr hilfreich oder notwendig sein kann. Die Strahlenbelastung ist geringer als bei herkömmlichen Röntgenverfahren.

     

    Diskimplantat

    Übergreifender, normierter Begriff für alle basalen/lateralen Implantate unterschiedlicher Hersteller.

     

    Distraktionsosteogenese

    Die Übersetzung erklärt schon die Technik: "Knochenneubildung durch Auseinanderziehen", die auf den russischen Mediziner Ilizarov zurückgeht, der seit Ende der 50er Jahre mit dieser Technik in der Beinverlängerung revolutionäre Erfolge erzielte.

    Hierbei wird bei einem für eine Implantation zu niedrigen Knochen dieser in einen oberen und unteren Anteil gespalten. Eine an diesen Knochenteilen fixierte Spezialschraube erlaubt das schrittweise Anheben der oberen Knochenspange (ca. 1 mm pro Tag), wobei das Potential des Knochens zur Bruchheilung durch Knochenneubildung (Kallus) genutzt wird. Hierfür muss allerdings die Distraktionsvorrichtung im Mund für einige Wochen ertragen werden, die Belohnung sind ca. 10 mm neu gewonnene Knochenhöhe in zwölf Wochen. Kommt es zu Infektionen, so geht das mobilisierte Knochensegment verloren und es liegt am Ende der Behandlung sehr viel weniger Knochen vor als vor der Behandlung.

     

    Digitale Volumen Tomografie (DVT)

    Röntgengerät für die dreidimensionale Darstellung der Strukturen des Kopfes. Ähnlich der Computertomographie jedoch mit geringerer Strahlenbelastung und besserer Darstellungsmöglichkeit in Bezug auf implantologische Fragestellungen. Daten können in Kombination mit Markern und Schablonen für die Operation mit Navigationssystemen genutzt werden. Sind in einigen Zahnarztpraxen zu finden.

     

    Edelmetallmenge

    Die Menge einer zahntechnischen (Gold-)Legierung, die bei der Herstellung von Zahnersatz, vor allem bei Kronen-Brücken-Konstruktionen, aufgewendet wird.

     

    Einheilung (geschlossene oder offene)

    Wenn das Zahnfleisch nach dem Einsetzen der Implantate wieder über den Implantaten vernäht wurde, spricht man von einer geschlossenen Einheilung oder auch von einem zweizeitigen Verfahren. Wenn direkt ein Zahnfleischformer in das Implantat eingeschraubt wurde, der sichtbar bleibt, spricht man von offener Einheilung (einzeitiges Verfahren).

    Bei der geschlossenen Einheilung kann das Implantat von äusseren Einflüssen geschützt in Ruhe einheilen. Bei der offenen Einheilung erspart man sich die Freilegung der Implantate. Nach Abschluss der Einheilphase kann ohne weiteren operativen Eingriff direkt ein Abdruck genommen werden. Beide Verfahren haben bei unkomplizierten Fällen (ohne Knochenaufbau) die gleiche Erfolgsrate.

    Es kann passieren, dass sich das Zahnfleisch bei der geschlossenen Einheilung über den Implantaten wieder ein wenig öffnet, sodass man die Verschlussschrauben sehen kann. Das ist - wenn kein Knochenaufbau gemacht wurde - völlig harmlos. Dieser Bereich sollte allerdings gut mit der Zahnbürste gepflegt werden.

    Einteilige Kompressions-Schraubenimplantate (KOS) benötigen ebenfalls keinen Freilegungs-Eingriff.

     

    Einteilige Implantate

    Die meisten Implantatsysteme haben die Möglichkeit, durch Schrauben- oder Steckverbindungen verschiedene Implantataufbauten an das Implantat anzukoppeln.

    Als einteilig werden Implantatsysteme beschrieben, bei denen der für den Zahnersatz notwendige Implantataufbau bereits in die Implantatschraube integriert ist. Nach dem Einbringen schaut dieser Aufbau (Pfosten für Kronen, Kugelkopf zur Fixierung von Prothesen) aus dem Zahnfleisch heraus. Vorteil sind niedrigere Kosten in der Produktion und eine höhere Bruchfestigkeit.

    Einteilige Implantatsysteme kommen hauptsächlich bei Sofortbelastungskonzepten zum Einsatz. Wenn sichere Einheilung und Flexibiltät bei der Zahnersatzfertigung gefordert ist, sind einteilige Implantatsysteme gegenüber zweiteiligen Systemen klar im Nachteil.

     

    Freilegung

    Wenn bei der Implantation das Zahnfleisch über dem Implantat dicht vernäht wurde, spricht man von einer gedeckten Einheilung oder von einem zweizeitigen Verfahren, da das Implantat erst durch einen zweiten Eingriff, die Freilegung, zugänglich gemacht wird.

    Der Eingriff ist meist klein. Das Zahnfleisch direkt über dem Implantat wird betäubt und durch einen kleinen Schnitts mit einer speziellen Stanze oder eines Lasers geöffnet. In der Regel wird dann ein so genannter Zahnfleischformer eingebracht, damit die eröffnete Stelle in der gewünschten Form für die spätere Krone bzw. den Zahnersatz abheilen kann. Schmerzen können sich manchmal durch den Druck des Zahnfleischformers entwickeln. Eine Antibiotikatherapie ist grundsätzlich nicht notwendig.

     

    Gesichtsbogen

    Mit einem Gesichtsbogen ermittelt man die Position des Kiefergelenks um eine präzisere Übertragung von Modellen nach Abdrucknahme in einem Artikulator zu erreichen. Es handelt sich um eine Art Gestell, das auf Oberkieferzähne und meist Nasenrücken und Gehörgang fixiert wird. Mittlerweile finden auch elektronische Abtast- bzw. Registrierungsverfahren Verwendung.

    Gesichtsbögen sind teilweise in Fachkreisen umstritten, weil die Lage des Ohres nicht bei allen Menschen tatsächlich mit der Lage der Kiefergelenke übereinstimmen und weil die Übertragung von pathologischen Lagebeziehungen auf den Artikulator zur Beibehaltung der Problematik bei der neuen Arbeit führen würde. Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass prothetische Arbeiten durch den Einsatz von Gesichtsbögen und komplizierte Artikluatoren haltbarer hergestellt werden können.

    Auch bei Verwendung aufwendigster Registrierverfahren ist das sorgfältige Einschleifen und das spätere Nachschleifen der Kronen, Brücken und Prothesen im Munde unumgänglich, da die Kieferbewegungen nicht ganz exakt registriert und im Artikulator nachvollzogen werden können.

     

    Hybridbrücke

    Wenn sowohl Zahn als auch Implantat als Pfeiler einer fest eingeklebten Brücke dienen, spricht man von einer Hybridbrücke oder Verbundbrücke.

    Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es als gesichert anzusehen, dass eine solche Verbundbrücke als korrekte Versorgungsform anzusehen ist. Im Gegensatz zu früheren Annahmen konnte nachgewiesen werden, dass sich die Prognose einer solchen Brücke nicht von der einer rein implantatgetragenen Brücke unterscheidet.

     

    Hybridprothese

    Unter einer Hybridprothese versteht man die kombinierte Verwendung von Implantaten und Zähnen als Pfeiler zur Abstützung eines herausnehmbaren Zahnersatzes. Als Beispiele kann man Teleskopprothesen mit Zähnen und Implantaten als Teleskopfeilern oder in Kombination aus Teleskopen und Kugelkopfankern auf Implantaten nennen. Auch sind Stegverbindungen zwischen Zahn und Implantat denkbar.

    Bei festen Brücken, die sich auf Implantate und Zähne stützen, spricht man von einer Hybridbrücke

     

    Hydroxylapatit

    Im körpereigenen Zahnschmelz und Knochen vorkommende anorganische Substanz, die von einigen Herstellern zur Beschichtung von Implantatoberflächen eingesetzt wird, um eine schnellere Einheilung zu erzielen.

    Aus dem Rinderknochen oder aus Korallen gewonnenes Hydroxylapatit wird auch als Knochenersatzmaterial zum Knochenaufbau eingesetzt. Das Material kann so modifiziert werden, dass es resorbiert werden kann, sofern dies im Einzelfall gewünscht wird.

    Beschichtungen von Implantaten mit diesem Material bergen das Risiko der Ablösung der Beschichtung nach Jahren.

     

    Implantataufbauten

    Teile der Suprakonstruktion, die vom Implantathersteller für die Verbindung zwischen Implantatkörper (im Knochen eingewachsen) und Zahnersatz gefertigt werden. Hierzu zählen vor allem:

    • gerade oder abgewinkelte Massivkörper zur Zementierung von Kronen
    • Schraubverbindungen für Stegverbindungen oder schraubenfixierte Kronen
    • Kugel- oder Magnetaufbauten zur Fixierung von Prothesen

     

    Implantatoberflächen

    Die Aussenfläche des Implantatkörpers, die in direktem Kontakt zum Körpergewebe tritt und damit Einfluss auf Einheilung, Stabilität und Haltbarkeit hat. Man unterscheidet rel. glatte Titanoberflächen (z.B. maschinenpoliert), angeraute Oberflächen durch Abtrag (Ätzung und/oder Abstrahlung)=mikrorau, stark angeraute Oberflächen durch zusätzlichen Auftrag von Titan (Plasma-Flame-Verfahren, TPS) Beschichtung mit anderen Substanzen (Hydroxylapatit). Jede dieser Oberflächen hat charakteristische Eigenschaften, die den Einsatz sinnvoll machen. Zurzeit geht man davon aus, dass eine geringe Anrauung (mikrorau) z.B. durch Abstrahlen mit feinkörnigen Partikeln, die ideale Implantatoberflächenbeschaffenheit für Titan darstellt.

     

    Interimsimplantate (Intermediate-Implantate, Übergangsimplantate)

    Es handelt sich hierbei um kleine Implantate, die eingebracht werden, um provisorischen Zahnersatz (während der Einheilphase der Hauptimplantate und bis zur Fertigstellung des endgültigen Zahnersatzes) sicher und komfortabel zu verankern.

    Interimsimplantate haben einen geringen Durchmesser, sind leicht einzubringen und zu entfernen und können sowohl festen (Brücken, Einzelkronen) als auch herausnehmbaren Zahnersatz übergangsweise befestigen. Man muss sich fragen, warum man diese gut haltbaren Implantate überhaupt im Einzelfall entfernt.

     

    Keramikimplantate (Zirkoniumimplantate)

    Nachdem Keramikimplantate seit Ende der 80er Jahre wegen ungünstiger Materialeigenschaften nicht mehr zum Einsatz kamen, erleben diese seit kurzem wieder eine Renaissance.

    Diese Keramikimplantate bestehen aus hochfester Zirkoniumoxid-Keramik, welche extrem bruchstabil ist. Das Zirkon-Zahnimplantat ist biologisch gut verträglich. Es hat den Vorteil, der natürlichen Zahnfarbe deutlich näher zu kommen (weiss statt grau), was bei ästhetischen Versorgungen von Vorteil sein kann, insbesondere dann, wenn das bedeckende Zahnfleisch extrem dünn ist. Es gilt als metallfrei, was immer häufiger von Patienten gewünscht wird.

    Als nachteilig gelten deutlich höhere Kosten und eine noch geringe wissenschaftliche Dokumentation/Erfahrung. Ob die Einheilquote und die Langlebigkeit ähnlich gut wie bei Titan-Zahnimplantaten ist, muss noch überprüft werden. Auch ist die optimale Oberflächenbeschaffenheit für diesen Implantattyp (wichtig für die Einheilung) noch nicht geklärt. Besonders problematisch ist die Tatsache, dass der Aufbau bei den einteiligen Zirkonimplantaten zurzeit noch nicht flexibel gewählt werden kann, da das Problem der Schraubverbindungen in der Keramik noch nicht abschliessend gelöst ist. Hierdurch gibt es Einschränkungen in der Anwendbarkeit, und es entsteht die Notwendigkeit die Implantate mit Schienen einige Monate vor zu früher Belastung zu schützen. Eine Aufgabe, die nicht immer erfolgreich gelöst werden kann. Eine Sofortbelastung ist bei Keramikimplantaten nicht möglich.

    Fazit: Dieser sehr interessante Werkstoff eröffnet neue Möglichkeiten für ästhetischen und biokompatiblen Zahnersatz. Bezüglich Sicherheit und Schnelligkeit bei der Einheilung sowie Einfachheit in der Anwendung können sich Keramikimplantate allerdings noch nicht mit modernen Titanimplantaten messen. Erst wenn die Oberflächenbeschaffenheit optimiert wird, Aufbauverbindungen die Flexibilität erhöhen und damit auch eine geschlossene, sicher unbelastete Einheilung vereinfacht wird, werden Zirkonimplantate universell einsetzbar sein und -bei entsprechenden klinischer Dokumentation- sicher eine weite Verbreitung erfahren.

    Keramikimplantate scheinen nach Wasseraufnahme (z.B. nach ca. fünf Jahren ) vermehrt zu Frakturen zu neigen.

     

    Kieferhöhle (Sinus maxillaris)

    Grosser Luftraum innerhalb Oberkieferknochens zwischen den Wurzeln der Oberkieferseitenzähne und Jochbein/Orbitaboden gelegen. Bei Zahnlosigkeit und Abbau des Restknochens kann sich die Kieferhöhle direkt unter dem Zahnfleisch befinden. Die Kieferhöhle dehnt sich lebenslang aus und verdrängt somit Knochen.

     

    Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris)

    Entzündung der Kieferhöhle durch Bakterien oder Viren, die mit einer Sekretbildung einhergeht. Symptome einer akuten Entzündung: Druckgefühl, Kopf-Oberkieferschmerzen, Zahnschmerzen der Oberkieferseitenzähne, Schwellung in der Wangenregion, Sekretabfluss über die Nase. Die chronische Entzündung kann ohne wesentliche Symptome verlaufen. Gefährdung der Implantatbehandlung im Oberkieferseitenzahnbereich insbesondere bei einem Sinuslift. Die Komplikationsrate ist nicht genau bekannt, da die Parameter der Sinuslift-Operation im Einzelfall unterschiedlich sind. Die Häufigkeit der Probleme wird auf etwas 10-35% der Eingriffe geschätzt. Ein Teil der eingesetzten Implantate muss aufgrund von Problemen im Kieferhöhlenbereich wieder entfernt werden.

     

    Knochenaufbau

    Wenn nicht genügend Knochen für die sichere Verankerung eines genügend grossen bzw. langen Implantats zur Verfügung steht, kann zusätzlicher Knochen angelagert werden, sofern crestale Implantate verwendet werden sollen. Alternativ ist die Versorgung mit BOI-Implantaten möglich. Bei geringen Mengen kann dieser während der Operation gewonnen werden (Knochenmehl, das beim Bohrvorgang in speziellen Filtern aufgefangen wird). Bei grösserem Knochenbedarf kann aus knochenreichen Regionen des Unterkiefers Knochen entnommen werden oder sogar die Entnahme eines Knochenspans aus dem Beckenknochen notwendig werden. Diese Zweiteingriffe sind in der Regel gefahrlos, können aber durchaus mit postoperativen Schmerzen und Schwellungen einhergehen. Andere Verfahren der Knochengewinnung werden in Zukunft (BMP; PRP) wahrscheinlich möglich sein.

    Der gewonnene Knochen wird dann an der gewünschten Stelle (Kieferhöhlenboden beim Sinuslift, Knochenwanddefekte um das Implantat) eingebracht und mit einer Art Folie (Membran) so geschützt, dass eine ungestörte Einheilung des Knochens erfolgen kann. Mittlerweile werden hierfür meist Membranen verwendet, die vom Körper vollständig abgebaut werden. Eine Entfernung ist dann nicht mehr notwendig.

    Die Misserfolgsraten bei Knochenaufbauten werden in der Literatur mit zwischen 5 und 45 % angegeben.

    Bei nicht ausreichender Knochenhöhe kann auch das Verfahren der Distraktionsosteogenese angewendet werden.

     

    Knochenaufbaumaterialien

    Hierzu gehören sowohl:

    • gefriergetrockneter Fremdknochen aus einer Knochenbank als FDBA (freeze-dried bone allograft: in den USA weit verbreitet, hier unüblich) als auch
    • der Eigenknochen (beim selben Patienten z.B. als Knochenblock an einer Stelle entnommen und dann an anderer Stelle implantiert)
    • und die grosse Gruppe der Knochenersatzmaterialien.

     

    Knochenblock

    Für den Knochenaufbau eines deutlich zu schmalen oder zu niedrigen Kieferabschnitts kann ein grösseres Knochenstück von anderer Stelle entnommen und dann mithilfe von kleinen Schrauben am Zielort fixiert werden. Ein solcher Knochenblock (oder Knochenspan) muss in der Regel erst einige Monate einheilen, bevor er durch Implantate sicher belastet werden kann.

    Für kleinere Knochenblöcke eignet sich der aufsteigende Unterkieferast als Entnahmestelle. Bei grösseren Aufbaumassnahmen wird eine Knochenentnahme aus dem Beckenkamm notwendig. Diese Zweiteingriffe sind in der Regel gefahrlos, können aber durchaus mit postoperativen Schmerzen und Schwellungen einhergehen. Auch hier ist es üblich den Knochen mit einer Membran für die Einheilphase zu schützen.

     

    Knochenersatzmaterialien

    Diese für den Knochenaufbau entwickelten Materialen teilt man in zwei Gruppen:

    Synthetische Materialien
    Die synthetischen Materialien bestehen fast alle aus ß -Trikalziumphosphat, eine Keramikgrundstufe die je nach Oberflächenbeschaffenheit eine mehr oder weniger ausgeprägte Osteokonduktivität aufweist. Vorteile der synthetischen Materialien sind gleichbleibende Materialbeschaffenheit und die gegenüber Fremdmaterialien risikolose (Allergien, Übertragung) Implantation beim Menschen.

    Xenogene (aus Fremdorganismen gewonnene) Materialien
    Die xenogenen Materialien enthalten Hydoxylapatit aus Knochenbestandteilen von Tieren oder aus Korallen und haben eine komplexere dreidimensionale Struktur, die eine verbesserte Osteokonduktivität aufweisen soll.


    Das am häufigsten in der Implantologie eingesetzte Knochenersatzmaterial wird aus Rinderknochen durch ein spezielles Verfahren gewonnen, das sämtliche Proteinbestandteile entfernt. Damit sollen allergische Reaktionen bzw. Infektionen ausgeschlossen sein.

     

    Knochenspreizung

    Bei zu schmalem Kiefer ist es möglich den Knochen durch Knochenspreizung für eine Implantateinbringung vorzubereiten. Bei einer bewährten Technik wird der schmale Knochen mithilfe spezieller Meissel in ein lippenseitiges und ein zungeseitiges Blatt gespalten, dann werden die Implantate in den entstandenen Spalt eingebracht, und die restlichen Hohlräume werden mit Knochen- oder Knochenersatzpartikeln gefüllt.

    Ein anderes Verfahren nutzt spreizende, nicht abtragende Bohrer in aufsteigender Größe, um Raum für die Implantate auch im schmalen Knochen zu schaffen.

     

    Kronen und Brücken

    Die Krone im eigentlichen Sinne ist der sichtbare Anteil eines Zahns, wobei man unter „Krone" jedoch meist die vom Zahntechniker gefertigte „künstliche" Krone versteht. Diese kann als so genannte Einzelkrone auf einen Zahnstumpf (oder ein Implantat) festgesetzt werden und die ursprüngliche Zahnform und Funktion wiederherstellen. Sie kann aber auch über ein Brückenglied mit weiteren Kronen verbunden sein und so als Brücke Lücken zwischen Zähne schliessen.

    Als Doppelkronen (Teleskopkronen) und Geschiebekronen dienen sie auch der klammerlosen Befestigung von herausnehmbarem Zahnersatz.

     

    Membran

    Etwa briefmarkengrosse, sehr dünne biokompatible Folie, die in der Implantologie als Barriere zwischen Knochen und Weichgewebe eingesetzt wird, um nach Knochenanlagerung diesen ungestört einheilen lassen zu können. Man unterscheidet resorbierbare Membranen, die vom Körper abgebaut werden und nicht entfernt werden müssen sowie nicht resorbierbare Membranen.

    Heute kommen zunehmend die biokompatiblen Fibrinmembranen zur Anwendung, die während des Implantateingriffs aus dem patienteneigenen Blut gewonnen werden können. Diese Membranen sind wesentlich preiswerter als käufliche Membranen. Da Fibrinmembranen nicht industriell hergestellt werden können, besteht auf Seiten der Industrie kein Interesse an der Verbreitung der Technologie. Das Verfahren wird eher unterdrückt.

     

    Navigationssysteme

    Komplexes technisches System, das anhand dreidimensionaler Bilder (CT oder DVT) computergestützte Planung von Implantatpositionen ermöglicht. Als Ergebnis dieser Planung werden entweder Bohrschablonen und/oder provisorischer Zahnersatz angefertigt. Während der Operation wird innerhalb von Toleranzbereichen die aktuelle Bohrerposition in Bezug auf den Kiefer zum Computer gesandt und mit den vorher erstellten Planungsdaten abgeglichen. Dadurch ist es dem Operateur möglich, jederzeit seine aktuelle Arbeitsposition am Bildschirm zu verfolgen und ggf. im Munde zu korrigieren. Im Gegensatz zu endoskopischen Operationstechniken der Allgemeinmedizin, bei denen der Operateur am Bildschirm die einzige Möglichkeit hat, seine aktuelle Arbeitsposition zu erkennen und sein Handeln zu kontrollieren, ist es im Bereich der Zahnmedizin nach wie vor möglich und nötig, unter Sicht und Tastbarkeit zu operieren.

    Dentale Navigationssysteme sind im gewissen Sinne GPS-Navigationssystemen vergleichbar, derer Nutzen dem Anwender Hilfe, Spielerei oder gar Ablenkung sein kann. Ein ausschliessliches Verlassen auf solche Systeme ist auch im Strassenverkehr rechtlich nicht zulässig.

    Für die allermeisten implantologischen Eingriffe dürften Aufwand und Nutzen allerdings in keinem vernünftigen Verhältnis stehen.

    Grundsätzlich gilt: Höherer Aufwand mit fraglichem Nutzen resultiert in höheren Kosten für den Patienten.

     

     

    Osseointegration

    Osseointegration, heute auch zunehmend Osseoadaptation, ist das gewünschte Ergebnis jeder dentalen Implantation. Durch die Wirksamkeit sekundärer Osteone erfolgt der Umbau des ortsständigen Knochens an und um das Implantat. Dies resultiert durch einen direkten Kontakt der Implantatoberfläche mit patienteneigenem Kieferknochen in einer kraftschlüssigen belastbaren Verbindung.

     

    Osteoinduktiv

    Vielfach propagierte Eigenschaft bestimmter Substanzen, die die Knochenneubildung anregen sollen. Es ist jedoch wissenschaftlich nachgewiesen, dass die sekundären Osteone durch mechanische Belastung angeregt und gerichtet werden. Daher ist die Sofortbelastung von geeigneten Implantaten als osteoinduktiv im eigentlichen Sinne zu betrachten.

     

    Osteokonduktiv

    Gebräuchliche Bezeichnung für Substanzen, die das natürliche Knochenwachstum leiten sollen. Vor allem Knochenersatzmaterialien wird aufgrund ihrer geometrischen Form diese Eigenschaft zugeschrieben. Medizinisch betrachtet geht es darum, Hohlräume zu schaffen, in die körpereigener Knochen hineinwachsen kann. Da Knochen langsamer wächst als Haut und Schleimhaut, muss gewährleistet werden, dass diese Hohlräume nicht mit schnellwachsenden Epitelgewebe (Hautzellen) gefüllt werden, was gelegentlich durch den Einsatz verschiedenster Membranen verhindert werden soll

     

    Osteoporose

    Erkrankung, die zu Knochendichteverlust führt.

    Wird von verschiedenen Behandlern als relative Kontraindikation für Implantatbehandlung betrachtet. Mit geeigneten Implantatsystemen ist aber auch für osteoporostisch vorgeschädigte Patienten eine implantologische Versorgung möglich.

     

    Parodontitis (Parodontose)

    Durch Zahnbeläge, Zahnstein und Konkremente (Zahnstein unterhalb des Zahnfleischrandes) begünstigte bakterielle Infektion des Zahnhalteapparates. Die ausgelöste Entzündung kann häufig durch Parodontitisbehandlung beherrscht werden. Parodontitis führt langfristig durch im Röntgenbild nachweisbaren Knochenabbau zu Zahnlockerung und Zahnverlust.

     

    Parodontitisbehandlung (Parodontosebehandlung)

    Behandlung der Ursachen der Parodontitis. Hierbei werden neben allgemeinen und spezifischen Hygienehinweisen unter Lokalanästhesie die Zahnfleisch- und Knochentaschen gereinigt und die Wurzeloberfläche geglättet. Die Behandlung resultiert in einer glatten Wurzeloberfläche und einem straff und eng anliegenden Zahnfleisch, also den besten Voraussetzungen, eine erneute Erkrankung zu verzögern oder gar zu vermeiden.

    Gelegentlich werden zusätzlich antibiotische Medikamente verabreicht und eine kostenpflichtige Prophylaxe durchgeführt.

     

    Periimplantitis

    Entsprechend der Parodontitis die entzündliche mit Knochenverlust verbundene Erkrankung des ein Implantat umgebenden Gewebes.

    Grundsätzlich gilt, dass die Implantatoberfläche einen grossen Einfluss auf die Entstehung dieser Erkrankung hat. Mit zunehmender Rauigkeit im Durchtrittsbereich des Implantats durch die Mundschleimhaut wächst das Risiko zur Entstehung und Verstärkung einer Periimplantitis. Wird speziell bei schraubenförmigen Implantatsystemen gesteigerter Wert auf grosse Kontaktflächen im Bereich der Kortikalis (äusserer harter Knochen) mit dem Ziel einer Osseointegration durch raue Oberflächen gelegt, ist eine Periimplantitis systemimmanent mit grosser Wahrscheinlichkeit vorhersagbar.

    Designbedingt können laterale Implantate, insbesondere BOI®-Implantate, als periimplantitisprophylaktisch, wenn nicht sogar periimplantitisresistent bezeichnet werden. Bei dieser Implantatform wird die Lastübertragung in tiefe sterile, infektionsgeschützte Bereiche verlegt. Die infektionsgefährdete Region der Durchtrittsstelle durch die Mundschleimhaut hat eine glatte, dünne Oberfläche, also von Anfang an liegt hier ein Zustand wie das Ergebnis jeder guten Parodontitisbehandlung vor.

     

    Periotest

    Gerät zur Feststellung von Zahn- und Implantatlockerungen. Diese können jedoch standardgemäss mit Hand und Auge ermittelt werden.

     

    Primärstabilität

    Ohne Osseointegration vorhandene Stabilität des Implantats unmittelbar nach Einbringung desselben. Bei Schraubimplantaten metrisch mit Drehmomentschlüssel bestimmbar. Unumgängliche Voraussetzung für eine Sofortbelastung.

     

    Professionelle Zahnreinigung

    Durch Fachpersonal durchgeführte Zahnreinigung. Privatleistung, die über die Zahnsteinentfernung hinaus geht, jedoch keine systematische Parodontitisbehandlung beinhaltet.

     

    Prothese

    Oberbegriff für herausnehmbaren Zahnersatz. Prothesen übertragen generell den Kaudruck teilweise oder vollständig auf die Schleimhaut im Gegensatz zu Kronen und Brücken, bei denen die Kräfte über die Zähne und/oder Implantate aufgenommen werden. Prothesen werden neben unterschiedlich starken Saugeffekten bei völliger Zahnlosigkeit mittels Klammern, Stegen, Magneten, Kugelknopfsystemen, Geschieben oder Teleskopen an Zähnen oder Implantaten verankert.

    In den meisten Fällen kann jedoch statt einer Prothese hochwertiger festsitzender Brückenzahnersatz auf geeigneten Implantatsystemen eingegliedert werden.

     

    Provisorium

    Zahnersatz, den der Patient bis zur Eingliederung der endgültigen Kronen, Brücken oder Prothesen trägt. Hierbei ist grundsätzlich zwischen Prothesen, Kronen und Brücken zu unterscheiden.

    Bei provisorischen Prothesen kann in der Regel in frisch implantierten Bereichen keine Kraftübertragung stattfinden, da die Prothese gar nicht aufliegt. Das kann bei umfangreichen Knochenaufbaumassnahmen dazu führen, dass für längere Zeit gar kein Provisorium getragen werden kann.

    Provisorische Kronen oder Brücken können eigentlich nur bei sofortbelastbaren transgingival einheilenden Implantatsystemen angewandt werden. Dies ist die komfortabelste provisorische Versorgung. Es gibt Implantatsysteme wie z. B. BOI®, die sogar diese Sofortversorgung erfordern.

    Die nur zum Zweck der provisorischen Versorgung von wenigen Aussenseitern eingesetzten so genannten „provisorischen Implantate“ erscheinen unter den anerkannten Sofortversorgungsmöglichkeiten medizinisch obsolet und äusserst kostentreibend.

     

    PRP

    Abkürzung für plättchenreiches Plasma (engl.: Platelet Rich Plasma), das durch spezielle Filterung und Zentrifugierung aus Blut gewonnen wird. Dadurch erhält man eine geringe Menge Plasmaflüssigkeit mit Blutplättchen (Thrombozyten) in konzentrierter Form, reich an Botenstoffen für Heilung und Wachstum.

     

    Sinuslift

    Ist eine weit verbreitete Form des Knochenaufbaus als häufige Voraussetzung zur Implantation im Oberkieferseitenzahnbereich. Im Gegensatz zur Auflagerungsosteoplastik, bei der die Knochenhöhe und/oder Breite in Richtung der Mundhöhle vergrössert werden soll, wird beim Sinuslift das Knochenangebot in Richtung der Kieferhöhle also augenwärts erweitert. Man kann den internen vom externen Sinuslift unterscheiden, wobei der Zugang einerseits durch die Knochenbohrung für das Implantat, andererseits seitlich durch den Kieferknochen erfolgt. Die gesunde Nasennebenhöhlenschleimhaut wird als obere Begrenzung des geschaffenen und mit Eigenknochen, Knochenersatzmaterial oder einer Mischung aus beidem gefüllten Hohlraums genutzt. Siehe „osteokonduktiv“

    Durch den Einsatz bestimmter Implantattypen wie z.B. BOI® kann auf diese zusätzliche Operation verzichtet werden, da es hierfür keine Mindestknochenhöhen gibt. Des Weiteren ist es möglich, BOI®-Implantate transsinusal, also quer durch eine gesunde Kieferhöhle, zu verankern.

     

    Sofortbelastung

    Unter Sofortbelastung eines Implantates ist eigentlich die zumindest provisorische Versorgung und kaufunktionelle Belastung eines oder mehrerer Implantate innerhalb der ersten 24 Stunden nach Einbringung der Implantate zu verstehen. Seitens der Patienten ist diese Form immer häufiger gewünscht und jede Verzögerung erklärungsbedürftig. (Gegenwärtig ist die Sofortbelastbarkeit diverser Implantatsysteme Gegenstand vieler drittmittelgeförderter Studien.)
    Für das BOI®-System ist die Sofortbelastbarkeit bereits gerichtlich bestätigt worden. (LG Köln Az.: 23 O 269/03)
    (Dieses auf fachkundigen Gutachten basierende Urteil wird ironischerweise von diversen Fachgesellschaften ohne Angabe des Systems zitiert und stattdessen unsachgemäss und unkommentiert auf Schraubimplantatsysteme erweitert.)

     

    Sofortimplantation

    Entfernung eines Zahnes oder Implantates und Einbringen eines neuen Implantats in der gleichen Sitzung. Wird aus Gründen des Komforts (keine zusätzliche provisorische Versorgung) und des Knochenerhalts zunehmend angewandt.

    Birgt ein erhöhtes Infektionsrisiko durch mögliche Restkeimbesiedlung ausgehend vom alten Zahn oder Implantat.

     

    Sofortversorgung

    Provisorische Versorgung, die nur aus ästhetischen Gründen angefertigt wird, jedoch keine kaufunktionellen Aufgaben übernimmt. Also scheinbare Sofortbelastung, die keine das Knochenwachstum anregenden Reize ausübt.

     

    Stanz-Verfahren

    Implantationsverfahren, bei dem das Zahnfleisch mittels Stanze oder auf andere Weise nur im Implantatdurchmesser perforiert wird. Steht im Gegensatz zur offenen Implantation, bei der die Schleimhaut einschliesslich der Knochenhaut abgeklappt wird und der Knochen für die Zeit der Operation sichtbar ist.

    Die Vorgehensweise im geschlossenen Verfahren resultiert häufig in geringeren postoperativen Schwellungen, stellt jedoch hohe Anforderungen an das Knochenangebot und die bildliche Darstellung desselben. Es folgt zwangsläufig eine offene Implantateinheilung. Bei geringem und ungünstigem Knochenangebot ist das Operieren unter Sicht dem Stanzverfahren grundsätzlich vorzuziehen.

     

    Stegverbindung

    Prothetische Konstruktion, bei der mindestens zwei Zähne und/oder Implantate durch einen Steg verbunden werden, an dem sich eine Prothese mit klemmenden Reitern befestigen lässt.

     

    Suprakonstruktion

    Zahnersatz, der auf den Zähnen oder Implantaten befestigt wird. Die Implantate selbst gehören nicht zur Suprakonstruktion.

     

    Teeth in one hour

    Verfahren, bei dem anhand dreidimensionaler Patientendaten (CT oder DVT) am Computer Implantate positioniert werden. Anschliessend werden diese patientenbezogenen Daten versandt, industriell entsprechende Bohrschablonen und Brücken hergestellt. Anhand der Schablone ist es dem Operateur möglich, innerhalb gewisser Toleranzbereiche die am Computer geplante Implantatposition manuell auf den Patienten zu übertragen. Die vorgefertigte Brücke kann anschliessend im Sinne der Sofortbelastung mittels Ausgleichshülsen auf den Implantaten festgeschraubt werden. Dieses Verfahren erfordert jedoch ein Knochenangebot, das die wenigsten Patienten mitbringen.

     

    Teleskopprothese (Doppelkronenprothese)

    Prothesenverankerung, bei der der Halt durch ein Doppelkronensystem gewährleistet wird. Teleskopkronen werden im Gegensatz zur Steg- und Geschiebeversorgung einzeln axial belastet und nicht verblockt.

     

    Titan

    Biokompatibles Metall, das in der Medizin in vielen Bereichen als Werkstoff für Implantate genutzt wird.

     

    Unterfütterung

    Bei Prothesen anzuwendendes Verfahren um den Knochenschwund unter der Prothesenbasis mit Prothesenkunststoff aufzufüllen.

     

    Verblendung

    Zahnfarbene Beschichtung aus Keramik oder Kunststoff des Stabilität liefernden Metall- oder Keramikgerüstes.

     

    Verbundbrücke (Hybridbrücke)

    Brücke, die sowohl Implantate als auch Zähne als Pfeiler nutzt.

     

    Zahnhalteapparat (Periodontium)

    Gesamtheit der Gewebe, die den Halt eines Zahnes am Knochen gewährleisten. Dazu gehören Zahnfleisch, alveolärer Knochen und der beides verbindende Faserapparat, das Desmodont. Diese Gewebe müssen immer in direkter Beziehung zum Zahn betrachtet werden. Fehlt z.B. der Zahn, wird der alveoläre Knochen abgebaut und umgekehrt. Wird z.B. durch Parodontitis der alveoläre Knochen abgebaut, fehlt bald darauf der Zahn.

     

    Zahnimplantat

    Industriell gefertigtes oder selten einzeln angefertigtes Medizinprodukt, das nach Einbringung durch den Implantologen einen dauerhaften Verbund zwischen Kieferknochen und Zahnersatz gewährleisten soll. Nicht industriell vorgefertigte Implantate sind z.B. die Gerüstimplantate. Alle dentalen Implantate bestehen aus Titan oder Keramik. In der Form unterscheidet man so genannte rotationssymetrische Implantate, z.B. Schrauben- und Zylinderimplantate und andere Formen. Zu den anderen Formen zählen beispielsweise die BOI®-Implantate.

    Die langläufige Meinung, dass Implantate möglichst zahnwurzelförmig sein sollten, übersieht das eigentliche Verbundsystem zwischen natürlichem Zahn und Kieferknochen (siehe Zahnhalteapparat). Schon die Betrachtung der Lasteinleitung in den Knochen zeigt einen deutlichen Unterschied. So werden bei natürlichen Zahnwurzeln Druckkaukräfte über den Faserapparat zu Zugkräften an dem alveolären Knochen. Analog kann man unter dem Fortbewegungsaspekt das Rad als Ersatz des Beines betrachten, obwohl im Aussehen kaum Gemeinsamkeiten bestehen.